Die Geschichte des
Schütze-Schlosses 1722-17501
Das Fürstentum Anhalt-Zerbst gehörte zu
den kleineren deutschen Herrschaftsgebieten. Der Landbesitz
der Dornburger Nebenlinie war, im wahrsten Sinne des Wortes,
überschaubar. Hier residierte inzwischen der Sohn Ludwigs I.,
Christian August (1690-1747). Nach dem frühen Tod seiner
Eltern (1699 bzw. 1707) besuchte er
die "Fürsten- und Ritter-Academie"2
in Berlin
und trat dort in den Militärdienst ein. Schon nach wenigen
Jahren
oblag ihm der Festungsbau in Stettin. 1727 heiratete er die bedeutend
jüngere Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorp (1712-1760).
Christian August wird als General der preußischen Armee und
Regimentskommandeur von Stettin wahrscheinlich nicht viel Zeit in
Dornburg verbracht haben. Trotzdem musste am Familienstammsitz etwas
geschehen, zumal der Wohnbau inzwischen veraltet war. Für
größere Bauvorhaben in
Dornburg blieb der Gesamtstaat Anhalt-Zerbst verantwortlich. Dort hatte
man 1722 Johann Christoph Schütze (1687-1765) als
Hofbaumeister bestallt,3
der nun auch die Schlossanlagen
in Zerbst, Friederikenberg und Dornburg zu betreuen hatte.4
In Dornburg besteht sein
größter Verdienst darin,
aus der vorgefundenen eher planlosen Ansammlung von Bauten, eine
symmetrische
barocke Anlage geschaffen zu haben. Zu diesem Zweck mussten einige alte
Gebäude weichen. Unsere Rekonstruktionszeichnung beruht vor
allem
auf Schützes Zeichnung,5
die noch
aus der Planungsphase stammen muss, da die von ihm später
errichteten
Gartenmauern hier einen anderen Verlauf zeigen, einige noch
abzureißende
Bauten eingezeichnet sind und nördlich des heutigen Eingangs
zum Gutsbezirk ein "Plaz zum Neuen Brauhaus"5
angegeben ist. Die Brauerei wurde 1728/29
tatsächlich an dieser Stelle errichtet.
Die äußere Gestalt
Nach dem genannten Plan des Baumeisters sollte
"der alte und Kirchflügel"5
im südlichen
Hofbereich in den neuen Bau integriert werden. Offensichtlich geschah
dies nicht, da im Haushaltsjahr 1727/28 vierzig Taler gezahlt wurden,
um "den alten Flügel abzubrechen".6
Weitere Quellen untermauern diese These, weil
nun eine Kirche im neuen
Flügel entstand.7 und 8
Da die Einrichtung
der heutigen Schloss- und Dorfkirche zu großen Teilen aus
diesem
Bau übernommen wurde,9 und 10
wären für ihn zwei oder zweieinhalb Geschosse zu
vermuten. Der alte Kirchenraum
hatte wohl nur eine Empore, war aber länger als der
heutige.
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Schloss-
und Dorfkirche: Blick auf die Fürstenloge und die Orgel
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Das Corps de logis stand etwa an der jetzigen Schlossstelle
hatte aber geringere Ausmaße. Nach Schützes
Spezifikation vom 14.3.1732, die sich wohl nur auf diesen Hauptbau
bezieht, wurde folgendes benötigt:
"Unterstes Stockwerk: 21 Fenster, a 36 Scheiben in jedes Fenster
Mittelstock: 22 Fenster a 48 Scheiben
Dritter Stock: 22 Halbfenster, a 24 Stück
Dachfenster: 22 Fenster, a 36 Stück"11
Diese Aufstellung lässt ein Schloss von 11 oder 9 Achsen an
der Hauptfront vermuten, da unbekannt bleibt, wie viele Fenster an den
Schmalseiten waren. Die Beletage mit den herrschaftlichen
Repräsentationsräumen ist erhöht. Der
für Schützes Schlossbauten in Zerbst, Jever und Dahme
charakteristische, starke Mittelturm kann in Dornburg bisher nicht
nachgewiesen werden, wäre aber anzunehmen.
Weitere Entwurfszeichnungen sollen nach 1930 noch vorhanden gewesen
sein,12 dürfen
inzwischen
aber als verschollen gelten. Erst kürzlich entdeckten wir eine
Beschreibung des Schlossbaues, die der Zeitzeuge Samuel Lentz in den
Grafenspiegel von Friedrich Luca einfügte. Danach war das
Schloss
nach 1727 "immer besser ausgebauet, und in einen vollkommenen Stand,
auch in die Form eines corps de logis und zweyer Flügel
gebracht, über dieses beyde Flügel unten am Ende mit
Quer-Gebäuden und zweyen Thürmen, inwendig aber die
besten Zimmer und Säle
mit kostbaren Tapeten, darunter die Persianische die pretieueste war,
auch mit andern meublen, Schildereyen von den besten Meistern, einer
großen Menge des besten Porcellains und allenthalben mit
allen Nothwendigkeiten
versehen, da es dann zu einer immer grössern Vollkommenheit
gelanget
ist, daß diejenigen, so es zu besehen Gelegenheit gehabt,
darüber
Vergnügen und admiration spüren lassen."13
Aus den Zerbster Kammerrechnungen sind die hier
genannten Dimensionen
nicht ablesbar, da der weitere Ausbau der Flügel (einiges
Baumaterial
ausgenommen) auf Kosten der Dornburger Nebenlinie geschah.14
Das Baugeschehen
Um Platz für den Schlossbau zu gewinnen, wurden im
Rechnungsjahr 1727/28 ein Turm und wohl die alte Kirche6
abgerissen. Im folgenden Jahr erhält der Zimmermann
Großkopf 98 Taler "auf das Flügel gebäude",15
womit der Beginn des Neubaus gemeint sein
könnte. Derselbe reißt den alten Kuhstall nieder15
und Baumeister Schütze bekommt 5 Taler "wegen
abbrechung der alten Mauer".15
Beides stand wohl der neuen
Schlossauffahrt im Wege. Im Jahre 1729 erscheinen erstmals
größere Beträge für Zimmerleute,
Bohlenschneider und Maurer "auf die Herrschaftlichen Gebäude"
in den Zerbster
Kammerrechnungen,16 was
auf den raschen Fortgang der Arbeiten schließen
lässt. Am 1.6.1731 berichtet der Amtmann Martin Sitzenstock
aus Dornburg der Kammer, dass die Maurer wegen Mangels an Steinen ihre
Arbeit vom Hauptgebäude auf den Stall verlegt
haben.17
Im selben Jahr wird der Tischlermeister Christian
Öhlschläger angewiesen, seine Arbeit im Dornburger
Schloss zu beschleunigen.18
Gemeinsam mit Salomon Mickan und David Braun
erhält er 1732 den Auftrag "wegen Legung des
Fußbodens".19
Im selben
Jahr haben 2 Tagelöhner am Schloß den "Schutt aus
die Zimmer
und Boden geräumet, auch dergl. auswendig von den
Fuß des Corps
de Logis weg gefahren".20
Noch 1731 mussten
vorerst Bretter statt eines Daches über die neue Kirche gelegt
werden.21
Zwei Jahre danach berichtet ein J. G. Kemmeder,
dass Hofmaurermeister
Erler mit 4 Gesellen bei Gipsarbeiten in der Kirchendecke
beschäftigt
ist.22
Ab 1734 werden hier Kanzel, Altar
und Orgelgehäuse vom Hoftischlermeister Christian
Öhlschläger nach Entwürfen des Baumeisters
Schütze angefertigt.23
Im Mai 1736 beginnt der damals renommierte
Orgelbauer Caspar
Sperling seine Arbeit.24
Am 5.3.1737 beordert
die Kammer Zerbst den Baumeister nach Dornburg, um "die beyden
Thürme auf denen neuen Bavillons daselbst, in der
Höhe und Weite auszumeßen, und mithin von was
Größe die Glocken darrin gebracht werden
können, schriftl: zu berichten."25
Die letzten Zahlungen betreffen ein "Gatter auf
d Altan nach dem
Garthen",26
das Uhrwerk aus Magdeburg26
und zwei neue Glocken aus Dresden.27
Somit
können wir davon ausgehen, dass 1739 der
größte Teil der
Dreiflügelanlage vollendet war und nur noch Innenarbeiten, vor
allem
im 2. Flügel anstanden.
1
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Ringmauer
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2
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südliche Gartenmauer
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3
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Mauer um Baumgarten
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4
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Schloss
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5
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Reitstall?
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6
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alter Turm
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7
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altes Amtshaus
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8
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alte Scheune
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9
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alter Kuhstall
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10
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neuer Stall
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11
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Orangerie?
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12
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Gärtnerwohnung?
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13
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Taubentürme
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14
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neues Amtshaus
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15
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Meyerei
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16
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neues Tor
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17
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Brauhaus
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Hier
ein Versuch der Rekonstruktion des Bauzustandes von 1750, vor dem
Schlossbrand. Die vom Baumeister Schütze abgebrochenen
Gebäude wurden durch Linien dargestellt.
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Das Innere
Aus dem Jahre 1739 hat sich ein Inventarverzeichnis erhalten
"Waß der Printz Christian August zu Anhalt Zerbst ... an
Hausgeräth und Meubles in Dornburg angeschaffet.28
Hier werden u. a. mehrere Galerien und
Cabinette, ein großer "boisirter" Saal, ein "Schlaffzimmer"
und eine "Bibliothec"
genannt.ebenda
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Katharina II. von
Russland in diesem Schloss
einen Teil ihrer Kindheit verbrachte. In ihren Memoiren schildert sie
ein Erlebnis mit ihrer Erzieherin Babet Cardel: "Sehr gern weilte ich
in einem ländlichen Schloß meines Vaters in Anhalt,
das zu seiner Apanage gehörte. Es hieß Dornburg und
lag nicht nur schön, sondern war auch innen und
außen so hübsch wie möglich hergerichtet.
Wenn meine Schulstunden vorbei waren, ging Babet Cardel mit mir
spazieren, aber ich machte mir noch in anderer Weise Bewegung, wovon
Babet nichts wußte. Sie war den ganzen Tag mit mir zusammen
und schlief auch in meinem
Zimmer, das sie nur für die natürlichen
Bedürfnisse verließ; zu diesem Zweck mußte
sie einen kleinen Korridor durchschreiten. Bis sie zurückkam,
lief ich eine große, vierteilige steinerne Treppe hinunter
und herauf und nahm meinen Platz wieder ein. Babet kam immer
später als ich und fand mich da,
wo sie mich verlassen hatte. Sie war allerdings recht beleibt, aber
doch flink und behende für ihren Umfang. Ich aber flog wie
eine Feder."29
Vieles ist über die russische Zarin geschrieben worden. Auf
ihre Verbindung nach Zerbst wird gern verwiesen aber Dornburg hingegen
nur selten genannt. Nachdem die Hauptlinie
Anhalt-Zerbst mit dem kinderlos gebliebenen Johann August (1677-1742)
ausstarb, übernahm Christian August aus der Dornburger
Nebenlinie gemeinsam mit seinem Bruder, Johann Ludwig II. (1688-1746),
die Herrschaft über das Fürstentum. Ab 1746 regierte
er noch für
ein halbes Jahr, bis zu seinem Tode, allein. Danach übernahm
seine Witwe, Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst(-Dornburg nun
gestrichen), die Regentschaft für ihren noch
minderjährigen Sohn Friedrich August (1734-1793).
Der Höhepunkt im Leben der Fürstin dürfte
die Einladung an den russischen Zarenhof 1744 gewesen sein. Die Tochter
Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst(-Dornburg) heiratete im
folgenden Jahr den zukünftigen Zaren. Durch die Verstrickung
in einige Intrigen war die Mutter am Zarenhof inzwischen unbeliebt
geworden, ihr wurde sogar der direkte Briefkontakt mit der Tochter
untersagt. Als Katharina dann 1762 zur Zarin gekrönt wurde,
war die Mutter bereits 2 Jahre tot. Zu Lebzeiten hatte Johanna
Elisabeth stets eine lebhafte Reisetätigkeit entfaltet. Im
bereits genannten Inventarium des Schlosses von 173928
ist an mehreren Stellen vermerkt, wo und wann welche
Gegenstände gekauft wurden, es umfasst u. a. etwa 300
Gemälde. So ist die Trauer der Fürstin über
den Schlossbrand 1750 berechtigt, wenn sie an Fräulein Cardel,
schreibt: "Alle meine entzückenden Appartements, meine
Bibliothek, mein Kabinett sind verbrannt, das gesamte Corps de Logis;
erhalten sind nur noch die Porzellan – Kabinette ...... , und
der Flügel, in dem sich die Kirche befindet."30
Der bereits zitierte Samuel Lentz bedauert,
"daß von dem schönen Schlosse der rechte
Flügel mit dem Quergebäude und dranstehenden Thurm,
dann das Corps de logis bis an den linken Flügel hin a. 1750.
den 28. Jul. durch Verwahrlosung in Feuer aufgegangen, da ein
Fräulein v. D. des morgends das Kohlbecken am Fenster stehen
gehabt, und bey
offenem Fenster, in ihrer Abwesenheit, der Wind die Gardinen an das
Kohlbecken gebracht, woraus die Entzündung derselben, und der
Tapeten, so
dann des Zimmers und fast ganzen Schlosses entstanden ist. Ein Schade,
der sich über anderthalb Tonnen Goldes erstrecken mag, da die
schönsten Persianischen aus Rußland mitgekommenen,
und wegen des vielen
eingewürkten Goldes auf 40000. Thl.
Geschätzten Tapeten
drauf gegangen, und der Ruß. kostbare S. Catharinen-Orden,
wenigstens
15000. Thaler werth, sich auch dabey verloren hat, welchen grossen und
bedauernswürdigen Verlust Gott dem Hochfürstl. Hause
auf eine
andre Art ersetzen wolle. Übrigens ist die mehr als
Fürstl. Großmuth
und Gelassenheit, womit der Frau Regentin Hochfürstl. Durchl.
dieses
grosse Leyden mit angesehen und nachher getragen, recht zu bewundern
gewesen."31
und 32 Die beim Brand
geretteten Stücke füllten
noch 1795 Kellergewölbe und 4 Zimmer im neuen Flügel
des Zerbster
Schlosses.33
- Ich bedanke mich für Materialien, Hinweise und
Unterstützung bei Oranna Dimmig (Berlin), Erhard Micklisch
† (Dornburg) und Rolf Thiel (Zerbst). Horst Dauer hat in
seinem Buch (siehe 12) erstmals explizit auf die Existenz des
Schütze-Schlosses hingewiesen, hier wurde auch der
Schütze-Plan (siehe 5) zuerst veröffentlicht.
- Samuel Lentz: Becmannus enucleatus, suppletus et continatus
oder Historisch-Genealogische Fürstellung des
Hochfürstlichen Hauses Anhalt und der davon abstammenden
Marggrafen zu Brandenburg, Herzöge zu Sachsen und
Sachsen-Lauenburg.- Cöthen und Dessau 1757
- Landeshauptarchiv Land Sachsen-Anhalt, Nebenstelle Dessau
(Abk. LHASA, DE), Facharchiv Zerbst, Fach 12, Nr. 7/2, Folio 257 - 267.
Ich bedanke mich bei den stets freundlichen und zuvorkommenden
Mitarbeitern, insbesondere bei Herrn Brünnler.
- Dirk Herrmann: Schloß Zerbst in Anhalt,
Geschichte und Beschreibung einer vernichteten Residenz, Verlag Schnell
und Steiner GmbH – Regensburg, 2005
- Situationsplan des Schlosses Dornburg, undat., beschriftet
von J. C. Schütze, Graphische Sammlung der Anhaltischen
Gemäldegalerie Dessau. Ich bedanke mich bei allen
Mitarbeitern, vor allem
bei Frau Heise, für die vielfältigen Hilfen auch bei
der Transkription der schlecht lesbaren Originale.
- LHASA, DE, Kammerrechnungen Zerbst, 1727/28, Seite 190-193
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 3495, Folio 7 Vorder- und
Rückseite
"Gehorsamstes Memorial In Hoch=Fürstl: Cammer Eingegebe d. 13.
Septemb: 1729
... [?] Beschalung der Kirchen
Decke item einrichtung derer Chore in dem Neuen Flügel
des Hochfürstl. Schloßes zu Dornburg"
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 483, Folio
10
Der Dornburger Amtmann Martin Stitzenstock
teilt am 19.04.1731 mit, dass auf Anweisung Christian Augusts
von Anhalt-Zerbst-Dornburg vorerst Bretter statt eines Daches
über die neue Kirche gelegt werden.
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 3491, Folio 21 - 34: Einbau
der reparierten Orgel aus der alten Kirche
- LHASA, DE, Kammerrechnungen Zerbst 1754/55: 14 Taler
„denen Tischlern Gauß und Wicken, den Ornat,
Canzel, Altar, Stühle, Bäncke,
Füßboden und alle Tischler=Arbeit abzubrechen, auch
die Fenster auszunehmen, und, zum Gebrauch in unser neuen Kirche, in
Verwahrung
zu bringen.“
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 1571, Folio 10
- Horst Dauer: Schloßbaukunst des Barock von
Anhalt-Zerbst, Böhlau Verlag
- Köln, Weimar und Wien 1999, Seite 244
- S. Lentzens / Diplomatische Fortsetzung / und / zum Theil
Ausbesserung / von / Friedrich Lucä / Grafen-Saal / worinn
dißmahl / Die Grafen von Arnstein, und die davon abstammende
/ Grafen von Barby und Mülingen, / auch Grafen / von Lindow
und Rupin / Dann / Grafen von Dornburg, die von Arneburg, / die von
Osterburg und Althenhausen / Aus zuverläßigen
Scribenten und gedruckten und ungedruckten / Urkunden beschrieben und
aufgestellet werden /
Johann Andreas Bauer – Halle, 1751, Seite 178 (Exemplar der
Francisceumsbibliothek in Zerbst)
- Herzogliches Haus und Staatsarchiv, Abt.
Zerbst, Amtssachen (alte Bezeichnung, Akte nicht gefunden)
Veröffentlicht in: Dr. Wäschke (Hrsg.): Alt Zerbst,
6. Jahrgang, 1909, Druck und Verlag von H. Zeidler
– Zerbst, Nr. 41
"Hochedelgeborner Herr Kammer Rath.
Da Meines Herrn Vetters des Regierenden Fürsten Gnd. Sich
gütigst erbothen, die Materialien zu Fortsetzung Meines
Dornburgischen Baues Mir zu geben und Ich wegen der zu entendirenden
zwey Flügel, wovon Sr. Gnd. ein broullon zwar gewiesen, doch
aber den eigentlichen Riß zu Sr. Gnd. approbation noch nicht
schicken kann, in mittelst aber der rechte Wadel auf Sebastian zu Ende
gehet, so ersuche Meines Herrn Vettern Gnd. vorzutragen, daß
Sie geruhen möchten in Zeit von Acht Tagen zu sothanen Behuf
nach beyliegender designation das Holtz schlagen zu laßen.
Ich werde nach meiner retour von Schweth den plan an sie selbst zu dero
approbation übersenden. Ersuche mir von dem Erfolg einige
Nachricht zu geben und verbleibe Ew. HochEdelgeb. Stets williger
Diener.
Stettin d. 26. Decbr. 1735. Christian
August FZ. Anhalt"
- LHASA, DE, Kammerrechnungen Zerbst 1728/29, Seite 196
- LHASA, DE, Kammerrechnungen Zerbst 1729/30, Seite 193/194
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 483, Folio
12
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 483, Folio
8
- LHASA, DE, Facharchiv Zerbst, Fach 94, Nr. 11, Folio 4
- LHASA, DE, Facharchiv Zerbst, Fach 94, Nr. 7, Folio 53
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 483, Folio
10
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 6427, Folio 1 und 2, J. G.
Kemmeder berichtet am 14.08.1733 der Kammer Zerbst.
Schon Dauer (vgl. 12) nahm hier Johann Georg Kemmeter an. Derselbe war
preußischer Baudirektor und Lehrer des G. W. von
Knobelsdorff, erbaute ab 1734 Schloss Rheinsberg.
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 3495, Folio 13, LHASA, DE,
Facharchiv Zerbst, Fach 94, Nr. 11, Folio 15 und
LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 3495, Folio 14 – 15
- vgl. Erhard Micklisch: Caspar Sperling, ein Orgelbauer,
"dessengleichen nicht leicht zu finden". In Zerbster Heimatverein
(Hrsg.): Zerbster Heimatkalender 2005 - Zerbst, 2004
- LHASA, DE, Kammer Zerbst, Nr. 3495, Folio 16
- LHASA, DE, Kammerrechnungen Zerbst, 1737/38, S. 207
- LHASA, DE, Kammerrechnungen Zerbst, 1738/39, Seite 224: "2
Taler 6 Groschen wegen der herunter gebrachten beÿden Glocken
von Dreßden dem Stein Schifffer
Mützen"
- LHASA, DE, Kammer Zerbst 2549, Folio 24 bis 26
- Katharina II.: Memoiren, Bd. 2, Insel Verlag Anton
Kippenberg – Leipzig, 1986, Seite 21
- Hermann Wäschke: Briefe von Johanna Elisabeth an
die Hofkammerjungfer und Freundin Cardel Brief Nr. VII: in Mitteilungen
des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde,
Vierter Band, Dessau 1886, Seite 476 (Übersetzung aus dem
Franzosischen von Oranna Dimmig, Berlin)
- siehe Anmerkung 13, Seite 195
- Ankuhner Pfarrbuch zitiert von K. Hundert: Dornburger
Schloßbrand. In: Alt-Zerbst (23) 1926,
Nr. 2, Seite 4/5.
"1750, am 28. Juli, morgens um 8 Uhr, ist das schöne und
kostbare Schloß Dornburg (a. Elbe), welches der Witwensitz
der Durchl. Regentin ist, durch eine plötzliche und
entsetzliche Feuers=Brunst fast gänzlich in die Asche geleget
worden. Man rechnet den Schaden auf mehr als 150000 Thlr. Am 10.
Sonntage nach dem Feste der heiligen Dreyeinigkeit mußten auf
höchsten Befehl der Stadt=Prediger und auch der hiesige in den
Vor= und Nachmittags=Predigten den Gemeinden das gnädigste
Wohlgefallen bezeigen, welches die Durchl. Regentin an der von den
Unterthanen bey diesem Brande geleisteten treuen Hülfe gehabt.
Der linke Flügel darinnen die Kirche befindlich, ist noch
gerettet worden. Wie die gemeine
Rede gehet soll die Unvorsichtigkeit des Cammer=Fräuleins von
Dewitz an diesem Brande schuld seyn. Dieselbe hat, als sie aus ihrem
Zimmer gegangen, in demselben ein Kohlfeuer stehen lassen, welches
wegen der offenen Fenster einen stärkeren Zug gehabt und
entweder
das Bette oder die Fenstervorhänge ergriffen. Dieses
Fräulein
hat nicht lange nachher den Hof verlassen und sich wieder in ihr
Vaterland
begeben."
- LHASA, DE, Abteilung Dessau, B 2o, Nr. 41